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Illustration: flacher Salzsee im Morgenlicht, weit draußen eine lose Gruppe Flamingos, Schilf am Ufer
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Natur

Flamingos auf Zypern: Saison, Orte und Zahlen

Kurz gesagt

Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) überwintern auf Zypern üblicherweise von November bis Ende Februar; so beschreibt BirdLife Cyprus die Art im Artenprofil. Visit Cyprus und das Larnaka Tourism Board setzen das Fenster mit November bis März weiter an, weil einzelne Trupps länger am See bleiben. Im Schnitt verbringen 5.000 bis 10.000 Vögel den Winter auf der Insel, verteilt auf fünf Feuchtgebiete (Nikos Kassinis, Game and Fauna Service, in Cyprus Mail vom 08.12.2025). Die großen Ansammlungen liegen am Salzsee von Larnaka und am Salzsee von Akrotiri. Der Paralimni-See bei Sotira gehört zu denselben fünf Gebieten, ist aber ein kleinerer Rastplatz: Bei der Wasservogelzählung im Jänner 2021 wurden dort 906 Wasservögel aller Arten erfasst, an den Larnaka-Salzseen im selben Durchgang 10.431. Stand aller Angaben: August 2026, vor der Reise prüfen.

Geprüft am 26. August 2026 22 Quellen 14 Min. Lesezeit

Saison: November bis Ende Februar, Ausläufer bis März

BirdLife Cyprus führt den Rosaflamingo im Artenprofil als Wintergast und Durchzügler und nennt als Regel die Ankunft im November und den Abzug bis Ende Februar. Bei günstigen Bedingungen bleiben einzelne Vögel länger, meist Jungvögel, Subadulte und nicht brütende Altvögel, teilweise bis in die Sommermonate. Wie lange sie bleiben und wie viele ankommen, hängt laut BirdLife Cyprus wesentlich von der Wassertiefe ab: Ist das Wasser zu tief oder zu seicht, ziehen die Vögel weiter.

Die Tourismusquellen setzen das Fenster weiter an. Visit Cyprus schreibt von tausenden Flamingos, die zwischen November und März bleiben, das Larnaka Tourism Board von Vögeln, die mit dem ersten Regenwetter ankommen, typischerweise im November, und bis etwa März am See bleiben.

Wo sich die Angaben widersprechen, ist BirdLife Cyprus die belastbarere Quelle, und zwar aus einem nachprüfbaren Grund: Die Organisation koordiniert die Mitwinter-Wasservogelzählung jedes Jahr gemeinsam mit dem staatlichen Game and Fauna Service, systematische Zählungen laufen seit 1992. Die Tourismusseiten geben eine grobe Reisezeit an, ohne eigene Erhebung. Praktisch heißt das: Dezember, Jänner und Februar sind die verlässlichsten Monate, im März kann es deutlich leerer sein.

Dass der Beginn schwankt, zeigt der Winter 2025/26. Cyprus Mail meldete am 8. Dezember 2025 die erste Welle am Salzsee von Larnaka und sprach von einigen hundert Vögeln. Wer die Reise nach der Vogelbeobachtung plant, sollte deshalb nicht auf einen fixen Kalendertag setzen, sondern vor der Buchung die aktuellen Meldungen von BirdLife Cyprus ansehen. Stand der hier genannten Saisonangaben: August 2026.

Wie viele Vögel es tatsächlich sind

Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr erheblich. Nikos Kassinis, leitender Beamter des Game and Fauna Service, nannte im Dezember 2025 einen Durchschnitt von 5.000 bis 10.000 überwinternden Flamingos über fünf zypriotische Feuchtgebiete hinweg (Cyprus Mail, 08.12.2025). Zypern beherbergt damit mehr als ein Prozent der ostmediterranen Population (Politis, 03.12.2025).

Einzelne Winter fallen deutlich anders aus. Im Jänner 2016 meldete BirdLife Cyprus rund 12.500 Flamingos am Salzsee von Larnaka und weitere 2.500 am Salzsee von Akrotiri. Bei der Mitwinter-Wasservogelzählung am Wochenende des 16. und 17. Jänner 2021 kamen inselweit 7.758 Flamingos zusammen, die häufigste Art unter insgesamt 16.745 Wasservögeln aus 68 Arten, erfasst von rund 20 Zählerinnen und Zählern an 50 Feuchtgebieten.

Nach unten geht es ebenso deutlich. Im Jänner 2025 wurden am Salzsee von Akrotiri nur 30 Flamingos gezählt, laut BirdLife Cyprus zum ersten Mal seit Beginn der systematischen Zählungen 1992 ein derart niedriger Wert. Über den längeren Zeitraum betrachtet sind die auf Zypern überwinternden Flamingos seit 2013 um 14 bis 31 Prozent zurückgegangen. Das sagt Kassinis in Cyprus Mail (08.12.2025), und dieselbe Auswertung wurde beim 4. Internationalen Flamingo-Symposium in Italien vom 10. bis 15. November 2025 vorgestellt (Politis, 03.12.2025).

Als Gründe nennt Kassinis häufige Dürren, Zuflüsse von Wasser schlechter Qualität mit entsprechend weniger Nahrung sowie Druck durch Bebauung und unverträgliche Nutzungen rund um die Feuchtgebiete.

Für die Reiseplanung heißt das: In den Wintermonaten sind Flamingos wahrscheinlich, eine Zusage lässt sich daraus nicht ableiten.

Die fünf Rastplätze im Überblick

Cyprus Mail nennt fünf Kernfeuchtgebiete: Akrotiri bei Limassol, die Larnaka-Salzseen, den Paralimni-See, den Oroklini-See sowie weitere Seen im Bezirk Famagusta.

Salzsee von Larnaka: Von hier stammen die höchsten dokumentierten Flamingozahlen der Insel, rund 12.500 Vögel im Jänner 2016 (BirdLife Cyprus). Das Larnaka Tourism Board schreibt, bei höheren Wasserständen könnten es Zehntausende werden. Der See ist ein Komplex aus vier Becken, dem Hauptsee Aliki sowie Orphani, Soros und dem Flughafensee. Zur Fläche widersprechen sich die Quellen: Visit Cyprus gibt 2,2 Quadratkilometer für den Hauptsee an und 1.761 Hektar für alle vier zusammen, das Larnaka Tourism Board nennt dieselben 2,2 Quadratkilometer für den gesamten Vierer-Komplex. Belastbarer ist die Ramsar-Angabe, weil sie eine rechtlich festgelegte Gebietsgrenze beschreibt: Das Ramsar-Gebiet Nr. 1081 umfasst 1.107 Hektar und ist seit 11. Juli 2001 ausgewiesen. Das Ramsar-Datenblatt hält außerdem fest, dass der Wasserstand einen Meter nicht übersteigt. Seit 1997 steht das Gebiet unter zyprischem Naturschutzrecht, dazu kommen Natura 2000, der Status als Special Protected Area nach der Barcelona-Konvention und die Anerkennung als Important Bird Area. Die Salzgewinnung endete 1986. Am Hauptsee Aliki gibt es einen Beobachtungsturm und einen vier Kilometer langen Naturweg mit zwei Einstiegen, am Kamares-Aquädukt und an der Salzsammelfläche an der Artemis Avenue; der Weg ist Teil des europäischen Fernwanderwegs E4.

Salzsee von Akrotiri: Mit 10,65 Quadratkilometern ist er laut Visit Cyprus das größte Binnengewässer der Insel. Über mehr als der halben Fläche liegt die Wassertiefe bei etwa 30 Zentimetern, maximal bei rund einem Meter, der tiefste Punkt liegt 2,7 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Feuchtgebietskomplex aus Salzsee und den Fassouri-Sümpfen ist seit 20. März 2003 Ramsar-Gebiet (Site Nr. 1375, 2.171 Hektar) und zugleich als Important Bird Area gelistet. Er liegt in der britischen Sovereign Base Area Akrotiri, was für Anreise und Zutrittsregeln eine Rolle spielen kann. Auf der gesamten Halbinsel Akrotiri sind nach Angaben von BirdLife Cyprus über 300 Vogelarten nachgewiesen; diese Zahl gilt der Halbinsel und nicht dem See allein.

Oroklini-See: Rund 50 Hektar, laut BirdLife Cyprus das kleinste Natura-2000-Gebiet Zyperns, ausgewiesen als Special Protection Area nach der Vogelschutzrichtlinie und als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der Habitatrichtlinie. BirdLife Cyprus zählt 190 nachgewiesene Vogelarten und nennt Stelzenläufer und Spornkiebitz als die beiden wichtigsten Brutvogelarten; im Rahmen eines Restaurierungsprojekts wurde eine Beobachtungshütte errichtet. Cyprus Mail führt den See unter den fünf Flamingo-Feuchtgebieten, die Gebietsbeschreibung von BirdLife Cyprus stellt allerdings andere Arten in den Vordergrund.

Paralimni-See: der Rastplatz in der Nachbarschaft

Der Paralimni-See liegt in der Senke zwischen Paralimni, Sotira und Deryneia, also in derselben Gemeindelandschaft wie Sotira. Eine belegte Entfernung vom Flamingo Lake Resort zum nächsten zugänglichen Uferpunkt lässt sich derzeit nicht angeben: Die Routenplaner führen die Adresse nicht, und die Wohnung wird erst im März 2027 bezugsfertig. Sobald der Weg sauber messbar ist, tragen wir ihn mit Kilometern, Minuten und Verkehrsmittel nach. Als Zugang beschreibt die Plattform Birdingplaces einen Parkplatz hinter dem Super-Action-Markt und dem Lidl-Supermarkt, von dort führt eine unbefestigte Straße parallel zum See (Birdingplaces, nutzergenerierte Angabe, Stand August 2026).

Zur Fläche gibt es zwei Zahlen. BirdLife Cyprus nennt rund 350 Hektar, das Natura-2000-Gebiet Limni Paralimniou (CY3000008) ist im europäischen Schutzgebietsverzeichnis mit 272,56 Hektar ausgewiesen. Woher die Differenz stammt, sagt keine der beiden Quellen. Für amtliche Fragen ist die Natura-2000-Zahl maßgeblich, weil sie die rechtlich festgelegte Gebietsgrenze beschreibt.

Seit 2004 ist der See als Important Bird and Biodiversity Area anerkannt, seit 2009 Natura-2000-Gebiet, und zwar nach beiden EU-Richtlinien, weil hier neben den Vögeln auch die seltene endemische Unterart der Ringelnatter, Natrix natrix cypriaca, geschützt ist. BirdLife Cyprus zählt mindestens 186 nachgewiesene Vogelarten, Martin Hellicar, Direktor von BirdLife Cyprus, spricht im Cyprus Mail von deutlich über 180. Der Rosaflamingo ist darunter, als wichtige Brutvögel nennt BirdLife Cyprus Spornkiebitz, Stelzenläufer und Seeregenpfeifer.

Zur Größenordnung ein gezählter Vergleich: Bei der Wasservogelzählung im Jänner 2021 wurden am Paralimni-See 906 Wasservögel aller Arten erfasst, an den Larnaka-Salzseen im selben Durchgang 10.431. Das sind Gesamtzahlen über alle Arten und keine reinen Flamingozahlen.

Zum Bild gehören die Belastungen. Innerhalb des Natura-2000-Gebiets liegt ein Tontaubenschießstand ohne Umweltgenehmigung. Er steht dort seit Jahren, obwohl der Staat auch gegenüber der EU zugesagt hatte, ihn zu verlegen, und nur ein Erdwall trennt ihn von der Hauptseefläche (Cyprus Mail, 16.03.2022). Auf rund 30 Prozent der Fläche wird im November und Dezember täglich gejagt (BirdLife Cyprus). Dazu kommen unkontrollierte Entwässerung für Landwirtschaft und Anrainer, drei in den Seeschlamm gefräste Kartbahnen, von denen eine noch befahren wird, sowie Wilderei und illegale Müllablagerungen. Der See beginnt ab etwa Mai auszutrocknen, ein Besuch lohnt sich davor (Birdingplaces, nutzergenerierte Angabe, Stand August 2026).

Warum die Flamingos kommen

Der Grund heißt Artemia salina, ein kleiner Salinenkrebs. Visit Cyprus bezeichnet ihn als Grundelement der Nahrungskette in den Salzseen. Die Seen füllen sich mit den Winterregen und trocknen im Sommer zu einer Salzkruste aus, die Eier des Krebses überdauern diese Trockenphase und schlüpfen, sobald der Salzgehalt mit dem Regenwasser sinkt. Damit steht den Flamingos in dieser Phase die meiste Nahrung zur Verfügung.

Deshalb hängt vieles am Wasserstand. Visit Cyprus schreibt, dass Flamingos und andere Wasservögel die Salzseen verlassen und zum Salzsee von Akrotiri oder Richtung Süden nach Afrika weiterziehen, wenn sie die Krebse nicht finden.

Die rosa Färbung entsteht über die Nahrung: Carotinoide aus Algen, Plankton und kleinen Krebstieren lagern sich im Gefieder ein. Jungvögel sind graubraun und werden laut BirdLife Cyprus nach zwei bis vier Jahren rosa. Ausgewachsene Vögel messen 120 bis 145 Zentimeter.

Woher die Tiere kommen, zeigen Ringfunde. Dokumentiert sind Vögel aus dem Iran, Algerien, der Türkei, Sardinien, Spanien, Marokko, Aserbaidschan, Frankreich und Ägypten.

Brutversuche sind auf Zypern seit 2001 dokumentiert. BirdLife Cyprus nennt einen ersten Brutverdacht 2001, verlassene Nesthügel 2003 und einige Eier 2005 am Salzsee von Akrotiri, wo der Versuch scheiterte, als der Wasserstand zu weit fiel; weitere Versuche folgten 2012 und 2015. Nach den außergewöhnlich nassen Wintern 2018/19 und 2019/20 blieben hunderte Flamingos über den Sommer und begannen an mindestens drei Stellen rund um den Salzsee von Akrotiri zu bauen. Rund 200 Nester wurden gezählt, später fanden sich Reste von Eierschalen. Küken wurden keine gesehen. Die Versuche 2021 und 2022 blieben ebenfalls ohne Erfolg. Als etablierte Brutkolonie gilt die Insel damit nicht.

Anfahrt ab Sotira, Ausrüstung und Tageszeit

Gemeint ist Sotira im Bezirk Famagusta; im Bezirk Limassol gibt es eine zweite Gemeinde gleichen Namens, was bei der Eingabe in Routenplaner zu falschen Ergebnissen führen kann.

Zum Salzsee von Larnaka rechnet der Routenplaner Rome2Rio ab Sotira 40,2 Kilometer und rund 43 Autominuten, die Spritkosten schätzt er auf 6 bis 9 Euro. Ein Taxi braucht ebenfalls rund 43 Minuten und kostet geschätzt 45 bis 60 Euro. Ohne eigenes Auto fährt ab Sotira ein stündlicher Direktbus der OSEA (Famagusta District Transport Organisation) in rund 1 Stunde 6 Minuten für 2 bis 4 Euro, eine zweite Busvariante braucht 1 Stunde 22 Minuten. Ab Ayia Napa dauert dieselbe Verbindung rund 1 Stunde 19 Minuten.

Zum Salzsee von Akrotiri sind es ab Sotira rund 125 Straßenkilometer und etwa 1 Stunde 44 Minuten mit dem Auto; Rome2Rio führt den See unter dem Namen Limassol Salt Lake. Öffentlich ist diese Strecke aufwendig: Einen Direktbus gibt es nicht, die schnellste Busverbindung braucht laut Rome2Rio rund 3 Stunden 53 Minuten mit Umstieg und kostet 32 bis 40 Euro.

Alle Verkehrswerte stammen aus Rome2Rio, Stand August 2026. Fahrpläne und Fahrpreise vor der Fahrt beim Verkehrsunternehmen prüfen.

Zur besten Tageszeit gibt es in den geprüften Quellen keine belastbare Angabe. Der Verhaltenskodex von BirdLife Cyprus verlangt, Vögel nicht öfter als alle zwei Stunden und nicht innerhalb von zwei Stunden nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang aufzuscheuchen, damit sie fressen und rasten können. Das ist eine Regel für alle Vogelarten und eine Regel über die Häufigkeit des Störens; ein Aktivitätsgipfel für Flamingos lässt sich daraus nicht ableiten. Tageszeit-Empfehlungen auf Reiseseiten sollte man deshalb als ungeprüft behandeln.

Zur Ausrüstung machen die geprüften Quellen keine Angaben, welche Fernglasvergrößerung ausreicht, bleibt hier deshalb offen. Belegt ist ein anderer Hinweis, allerdings mit Datum: BirdLife Cyprus kündigte im Jänner 2016 an, jedes Wochenende mit Spektiven am Salzsee von Larnaka vor Ort zu sein, um Besuchern die Flamingos aus sicherer Entfernung zu zeigen. Ob das in der Saison 2026/27 wieder stattfindet, geht daraus nicht hervor, das wäre vor der Reise bei BirdLife Cyprus zu erfragen. Der Beobachtungsturm am Hauptsee Aliki steht unabhängig davon zur Verfügung.

Schutzstatus und Verhaltensregeln

Alle hier beschriebenen Hauptrastplätze sind förmlich geschützt. Der Salzsee von Larnaka ist seit 11. Juli 2001 Ramsar-Gebiet (Site 1081), dazu Natura-2000-Fläche, Special Protected Area nach der Barcelona-Konvention und Important Bird Area. Der Feuchtgebietskomplex Akrotiri ist seit 20. März 2003 Ramsar-Gebiet (Site 1375); das Ramsar-Datenblatt führt dort 45 Vogelarten des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie und elf Lebensraumtypen des Anhangs I der Habitatrichtlinie. Der Paralimni-See ist seit 2004 Important Bird and Biodiversity Area und seit 2009 Natura-2000-Gebiet.

Eine klare Besucherregel steht auf der Seite des Larnaka Tourism Board: In den Salzsee hineinzuwaten, um näher an die Flamingos zu kommen, ist verboten und schadet den empfindlichen Vögeln. BirdLife Cyprus nennt im Code of Good Practice ein einfaches Maß für die Distanz: „if a bird flies away or makes repeated alarm calls, you're too close." Fliegt ein Vogel auf oder ruft er wiederholt Alarm, ist man zu nah.

BirdLife Cyprus nennt außerdem Drohnenflüge über den Vögeln, Fotografieren aus der Nähe und Annäherung zu Fuß als Störungsquellen. Sie kosten die Tiere Energie, die sie für den Zug brauchen, und können sie von den Nahrungsflächen vertreiben. Beobachtet wird deshalb aus ausgewiesenen Hütten; BirdLife Cyprus nennt als Beispiele den Oroklini-See, den Salzsee von Larnaka und das Akrotiri Environmental Education Centre.

Ein weiteres Problem betrifft Besucher nicht direkt, erklärt aber die Empfindlichkeit der Gebiete: Seit 2020 wurden am Larnaka-Seenkomplex 169 Flamingos mit Bleivergiftung registriert. Ein Gesetz von 2023 verbietet Bleischrot in Feuchtgebietsnähe, wird laut BirdLife Cyprus aber nicht umgesetzt (Cyprus Mail, 07.04.2026).

Häufige Fragen

Wann kann man auf Zypern Flamingos sehen?

Üblicherweise von November bis Ende Februar. BirdLife Cyprus beschreibt den Rosaflamingo im Artenprofil als Wintergast, der im November ankommt und bis Ende Februar wieder abzieht. Visit Cyprus und das Larnaka Tourism Board nennen das etwas weitere Fenster November bis März. Der Beginn hängt am ersten Regenwetter: Im Winter 2025/26 meldete Cyprus Mail die erste Welle am 8. Dezember 2025. Verlässlichste Monate sind Dezember bis Februar. Stand: August 2026.

Welche Flamingoart kommt nach Zypern?

Der Rosaflamingo, wissenschaftlich Phoenicopterus roseus, im Englischen Greater Flamingo. BirdLife Cyprus gibt die Körperlänge mit 120 bis 145 Zentimetern an. Jungvögel sind graubraun und werden nach zwei bis vier Jahren rosa; die Färbung stammt aus Carotinoiden in der Nahrung. Andere Flamingoarten sind auf Zypern nicht regelmäßig zu erwarten. In älteren amtlichen Unterlagen, etwa im Ramsar-Datenblatt zum Salzsee von Larnaka, steht die Art noch unter dem früheren Namen Phoenicopterus ruber.

Wie viele Flamingos überwintern auf Zypern?

Im Schnitt 5.000 bis 10.000 Vögel über fünf Feuchtgebiete verteilt, so Nikos Kassinis vom Game and Fauna Service in Cyprus Mail vom 08.12.2025. Einzelne Winter weichen stark ab: Im Jänner 2016 meldete BirdLife Cyprus rund 12.500 Vögel allein am Salzsee von Larnaka und 2.500 in Akrotiri, bei der Zählung am 16. und 17. Jänner 2021 waren es inselweit 7.758. Seit 2013 sind die Bestände um 14 bis 31 Prozent zurückgegangen.

Kann man am See bei Sotira und Paralimni Flamingos sehen?

Der Paralimni-See gehört zu den fünf Feuchtgebieten, die Cyprus Mail unter Berufung auf den Game and Fauna Service für die Art nennt, und BirdLife Cyprus führt den Rosaflamingo in der Gebietsbeschreibung. Es ist aber ein kleinerer Rastplatz: Bei der Wasservogelzählung im Jänner 2021 wurden dort 906 Wasservögel aller Arten erfasst, an den Larnaka-Salzseen im selben Durchgang 10.431. Wer große Schwärme sehen möchte, fährt nach Larnaka.

Wo sieht man die größten Flamingoschwärme auf Zypern?

Am Salzsee von Larnaka und am Salzsee von Akrotiri. Die höchsten dokumentierten Zahlen stammen aus Larnaka: rund 12.500 Vögel im Jänner 2016 (BirdLife Cyprus); das Larnaka Tourism Board schreibt, bei höheren Wasserständen könnten es Zehntausende werden. Akrotiri ist mit 10,65 Quadratkilometern laut Visit Cyprus das größte Binnengewässer der Insel, die Zahlen schwanken dort aber stark: Im Jänner 2025 wurden nur 30 Vögel gezählt.

Warum kommen die Flamingos überhaupt nach Zypern?

Wegen des Salinenkrebses Artemia salina, den Visit Cyprus als Grundelement der Nahrungskette in den Salzseen bezeichnet. Die Seen füllen sich mit den Winterregen, der sinkende Salzgehalt lässt die überdauernden Krebseier schlüpfen, und die Flamingos filtern sie aus dem flachen Wasser. Finden die Vögel die Krebse nicht, ziehen sie laut Visit Cyprus zum Salzsee von Akrotiri oder Richtung Süden nach Afrika weiter.

Welche Tageszeit ist zum Beobachten am besten?

Dafür gibt es in den geprüften Quellen keine belastbare Angabe, entsprechende Empfehlungen auf Reiseseiten sind ungeprüft. Der Verhaltenskodex von BirdLife Cyprus verlangt, Vögel nicht öfter als alle zwei Stunden und nicht innerhalb von zwei Stunden nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang aufzuscheuchen, damit sie fressen und rasten können. Das ist eine allgemeine Störungsregel für alle Vogelarten; ein Aktivitätsgipfel für Flamingos lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie nah darf man an die Vögel heran?

So weit weg, dass die Vögel nicht reagieren. BirdLife Cyprus nennt im Code of Good Practice das Kriterium: „if a bird flies away or makes repeated alarm calls, you're too close." In den Salzsee hineinzuwaten, um näher heranzukommen, ist laut Larnaka Tourism Board verboten. Drohnenflüge, Fotografieren aus der Nähe und Annäherung zu Fuß gelten bei BirdLife Cyprus als Störung. Als Beispiele für ausgewiesene Beobachtungshütten nennt BirdLife Cyprus den Oroklini-See, den Salzsee von Larnaka und das Akrotiri Environmental Education Centre.

Brüten Flamingos auf Zypern?

Nicht regelmäßig. BirdLife Cyprus dokumentiert Brutversuche seit 2001: ein erster Brutverdacht 2001, verlassene Nesthügel 2003, einige Eier 2005 am Salzsee von Akrotiri, weitere Versuche 2012 und 2015. Nach den außergewöhnlich nassen Wintern 2018/19 und 2019/20 wurden rund 200 Nester rund um den Salzsee von Akrotiri gezählt und später Reste von Eierschalen gefunden, Küken wurden keine gesehen. Auch die Versuche 2021 und 2022 blieben ohne Erfolg. Als etablierte Brutkolonie gilt die Insel damit nicht.

Warum werden es von Jahr zu Jahr weniger?

Nikos Kassinis vom Game and Fauna Service nennt häufige Dürren, Zuflüsse von Wasser schlechter Qualität mit entsprechend weniger Nahrung sowie Druck durch Bebauung und unverträgliche Nutzungen rund um die Feuchtgebiete. Dazu kommt Bleivergiftung: Seit 2020 wurden am Larnaka-Seenkomplex 169 Flamingos mit Bleivergiftung registriert; ein Gesetz von 2023 gegen Bleischrot in Feuchtgebietsnähe wird laut BirdLife Cyprus nicht umgesetzt. Der Rückgang seit 2013 liegt bei 14 bis 31 Prozent.

Quellen

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Belegen. Stand der Prüfung: 26. August 2026. Vor der Reise bitte trotzdem selbst nachsehen — Preise und Fahrpläne ändern sich.

  1. BirdLife Cyprus: When the Salt Lakes turn pink – The Greater Flamingos of Cyprus (Brutversuche seit 2001, nasse Winter 2018/19 und 2019/20, rund 200 Nester, Ringfunde, 30 Vögel in Akrotiri im Jänner 2025, systematische Zählungen seit 1992, Beobachtungshütten, Drohnen)
  2. BirdLife Cyprus: Artenprofil Greater Flamingo (Wintergast, November bis Ende Februar, 120–145 cm, zwei bis vier Jahre bis zur Rosafärbung)
  3. BirdLife Cyprus: Almost 17,000 waterbirds wintering at the wetlands of Cyprus (Zählung 16./17. Jänner 2021: 7.758 Flamingos, 16.745 Wasservögel, 68 Arten, 20 Zähler, 50 Feuchtgebiete, Paralimni 906, Larnaka 10.431; Koordination gemeinsam mit dem Game and Fauna Service)
  4. BirdLife Cyprus, Jänner 2016: 15,000 Flamingos at Larnaka and Akrotiri Salt Lakes this year (12.500 Larnaka, 2.500 Akrotiri; Ankündigung der Spektiv-Wochenenden am Salzsee von Larnaka)
  5. BirdLife Cyprus: Paralimni Lake (rund 350 ha, mindestens 186 Vogelarten, IBA 2004, Natura 2000 2009, Natrix natrix cypriaca, Jagd auf 30 Prozent der Fläche täglich im November und Dezember, Schießstand ohne Umweltgenehmigung)
  6. BirdLife Cyprus: Code of Good Practice (Aufscheuch-Regel und Distanzkriterium)
  7. BirdLife Cyprus: Oroklini Project (rund 50 ha, kleinstes Natura-2000-Gebiet Zyperns, SPA und SCI, 190 Vogelarten, Beobachtungshütte)
  8. Visit Akrotiri (BirdLife Cyprus): Birds – über 300 Vogelarten auf der Halbinsel Akrotiri
  9. Cyprus Mail, 08.12.2025: First flamingos reach Cyprus, fewer expected this year (Nikos Kassinis, 5.000–10.000 Vögel, fünf Feuchtgebiete namentlich, Rückgang 14–31 Prozent seit 2013, Gründe)
  10. Politis, 03.12.2025: A Silent Warning Over Cyprus' Flamingos (mehr als ein Prozent der ostmediterranen Population, 4. Internationales Flamingo-Symposium in Italien, 10.–15.11.2025)
  11. Cyprus Mail, 07.04.2026: Flamingos dying of lead poisoning as 'state turns blind eye' (169 Fälle seit 2020, Bleischrot-Gesetz 2023 nicht umgesetzt)
  12. Cyprus Mail, 16.03.2022, Martin Hellicar (BirdLife Cyprus): Paralimni lake – a wetland gem in need of some TLC (Schießstand, Erdwall, EU-Zusagen, drei Kartbahnen im Seeschlamm, Entwässerung, über 180 Arten)
  13. Ramsar Sites Information Service: Larnaca Salt Lake, Site Nr. 1081 (1.107 ha, ausgewiesen 11.07.2001, Wasserstand übersteigt keinen Meter, Artemia salina, Schutzgebiet seit 1997)
  14. Ramsar Sites Information Service: Akrotiri, Site Nr. 1375 (2.171 ha, ausgewiesen 20.03.2003, Important Bird Area, Salzsee und Fassouri-Sümpfe, Western Sovereign Base Area, 45 Vogelarten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie)
  15. Deputy Ministry of Tourism (Visit Cyprus): Larnaka Salt Lake (2,2 km² Hauptsee, 1.761 ha für vier Seen, Ramsar und Natura 2000, Schutz seit 1997, Artemia salina, 4-km-Naturweg, Salzgewinnung bis 1986)
  16. Visit Cyprus: Akrotiri Salt Lake (10,65 km², größtes Binnengewässer der Insel, Wassertiefe rund 30 cm über der halben Fläche, maximal etwa 1 m, tiefster Punkt 2,7 m unter dem Meeresspiegel, November bis März)
  17. Larnaka Tourism Board: Flamingos & Salt Lake (Ankunft mit dem ersten Regen, bis etwa März, Watverbot, Beobachtungsturm am Hauptsee Aliki, 4-km-Weg mit zwei Einstiegen, Teil des E4, Ramsar, Natura 2000, Barcelona-Konvention, IBA)
  18. Rome2Rio: Sotira (Famagusta) – Larnaca Salt Lake (40,2 km / 43 Autominuten, OSEA-Direktbus stündlich 1 h 6 min für 2–4 Euro, Stand 08/2026)
  19. Rome2Rio: Sotira (Famagusta) – Limassol Salt Lake, dort geführter Name des Salzsees von Akrotiri (125 km / 1 h 44 min mit dem Auto, kein Direktbus, schnellste Busverbindung 3 h 53 min, Stand 08/2026)
  20. Birdingplaces: Paralimni Lake (Parkplatz hinter Super-Action-Markt und Lidl, unbefestigte Straße parallel zum See, Besuch vor Mai, über 180 Arten; nutzergenerierte Plattform)
  21. Wikipedia: Larnaca Salt Lake (Gesamtfläche der vier Seen 2,2 km², Namen Aliki, Orphani, Soros, Spiro; Tertiärquelle, hier nur zur Einordnung der widersprüchlichen Flächenangaben)
  22. Natura 2000 / EUNIS: Schutzgebiet Limni Paralimniou (CY3000008), ausgewiesene Fläche 272,56 Hektar

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